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Einmal bis ans Ende der Welt und zurück

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Südamerika, März 2015 - Kreuzfahrt mit der Celebrity Infinity

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Abwechslungsreich, ausgeglichen, bereichernd…

 

So würde ich unsere Südamerika-Kreuzfahrt in kurzen Worten beschreiben. Selbstverständlich käme mir auch „toll, klasse und wundervoll“ über die Lippen, aber abwechslungsreich, ausgeglichen und bereichernd wären die Ausdrücke, die die Reise in vielerlei Punkten treffend beschreiben.

Abwechslungsreich war die Kreuzfahrt in jeder Hinsicht. Landschaftlich haben wir von Großstadt über raue See bis hin zu herrlich weiter Natur alles gesehen und erlebt. Auch die angezeigten Temperaturen standen dem Abwechslungsreichtum der Landschaften in nichts nach: 28°C in Buenos Aires, 6°C am Kap Hoorn und 26°C in Valparaiso. Ebenso unterschiedlich wie die Temperaturen und die Landschaften waren zudem die Menschen, die wir an Bord kennen gelernt haben - was wieder einmal viel zum Gelingen der Reise beitrug.

Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, empfand ich die Reise als sehr ausgeglichen. Die oben beschriebenen unterschiedlichen Landschaften, die Vielfalt der Mitreisenden, die Anzahl der Land- und Seetage sowie deren Abfolge – alles war sehr ausgeglichen, Birgit würde es fast als ganzheitlich bezeichnen. Nichts hat überwogen, nichts machte es einseitig. Es war einfach eine runde Sache.

Nach unseren Reisen in unterschiedlichste Ecken dieser Erde, u. a. in den Norden nach Norwegen und Alaska, nun einmal den südlichen Teil zu erkunden und bis an das „Ende der Welt“ zu reisen, empfand ich zudem als Bereicherung.

Zu diesem Gefühl trugen auch der umfangreich freundliche Service und das Angebot an Bord der Celebrity Infinity bei. Designtechnisch steht auf meiner persönlichen Rangfolge die Solstice-Klasse zwar immer noch über der Millennium-Klasse, unheimlich liebenswürdige Besatzungsmitglieder und makelloser Service in allen Bereichen ließen einen direkten Vergleich an Bord jedoch gar nicht erst aufkommen. Hilfreiche Geister in Kabine, Restaurants und Bars ließen uns den Urlaub einfach nur genießen und erleben… und waren dadurch großer Teil der Bereicherung. Am Ende der Reise hatten wir wieder das Gefühl, lieb gewonnene Freunde verlassen zu müssen.

Vielleicht gelingt es mir, den Lesern meines Reiseberichtes etwas von dem Erlebten nahe zu bringen und sie dadurch nach Südamerika und auf die Celebrity Infinity zu entführen. Es kann und soll jedoch nur ein Appetitanreger sein, der Anreiz dazu geben soll, die Reize dieser Reise einmal selbst zu erleben.


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Anreise

Nach langen Monaten der Vorfreude und Planung war es am 27. Februar endlich so weit. Eine Boeing 747-8 der Lufthansa sollte uns nach Buenos Aires bringen. Wieder einmal hatten wir Glück und erwischten eine Atempause in der nicht enden wollenden Streiklaune unserer großen Verkehrsunternehmen. Heute konnten wir lachen, denn auf den Anzeigen stand „On time“.

Lufthansa 747-8

Der Flug startete erst am späten Abend gegen 22.00 Uhr, wir hatten also nach der Arbeit noch einige Zeit am Flughafen zu verbringen. Wegen eines Werbeangebotes, und aufgrund der langen Flugzeit von 14 Stunden, hatten wir die neue Premium Economy der Lufthansa gebucht. Dies kam uns nun am Airport zu Gute. Gegen eine Gebühr von 25 Euro konnten wir auch als Premium Eco-Gäste die Business-Lounge nutzen, in der Getränke und Snacks kostenlos zur Verfügung standen. Gut verpflegt und mit Wifi versorgt verging die Zeit bis zum Flug schnell und komfortabel.

Lufthansa Business Lounge Frankfurt

Die etwas breiteren Sitze der Premium Eco und der größere Sitzabstand machten die 14 Stunden im Flugzeug erträglich. Nach einem Abendessen und einem Film aus dem umfangreichen Entertainment-Angebot verabschiedeten wir uns ins Reich der Träume und freuten uns darauf, am nächsten Morgen auf der anderen Seite der Erdkugel aufzuwachen

Airport Buenos Aires

In Buenos Aires dauerte es eine ganze Weile, bis wir die Passkontrolle durchlaufen hatten. Die Schlangen erinnerten uns an schlechte Tage bei der Einreise in die USA. Tatsächlich wirkten die verglasten Schalterkästen der Beamten ähnlich, die Fingerabdrücke werden auch hier gescannt und ein Foto gespeichert, die Fragen waren aber weniger umfangreich.

Nach der Gepäckausgabe fanden wir schnell den blau/weißen Schalter mit der Aufschrift „Taxi Ezeisa“ an dem man eine „Remise“ in die Stadt buchen kann. Hier bezahlt man einen fixen Betrag  im Voraus direkt am Schalter (ca. 50 USD), wird zu einem Wagen begleitet und dann von einem Fahrer der weißen Fahrzeuge sicher und ohne weitere Preisdiskussionen an sein Hotel gebracht. Der Betrag liegt nur geringfügig über den Kosten eines regulären Taxis und stellte für uns nach dem langen Flug eine entspannte Art des Transfers sowie ein bequemes Ankommen dar.

Die Fahrt in die Stadt dauerte etwa 45 Minuten, die der Fahrer anfänglich auf freundliche Art mit einigen Fragen und Erklärungen zu füllen versuchte. Mit unseren wenigen Spanischkenntnissen und viel Fantasie gelang es uns auch einigermaßen, uns gegenseitig zu verstehen. Englisch sprach der Fahrer nicht. Der Weg führte uns vorüber an Pferdegestüten, Industrievierteln und Wohntürmen und neue Eindrücke prasselten auf uns herein.

Gegen 11 Uhr morgens trafen wir schließlich am Hotel Sheraton Libertador ein. Zeitgleich mit uns wohl auch zahlreiche andere Gäste und Passagiere früh ankommender Flüge, denn der Early Check in war begehrt und wurde nur gegen 40 $ angeboten. Wir hatten keine Ambitionen bis 14 Uhr zu warten und nahmen deshalb das Angebot mit ein paar Scherzen an, die den Mitarbeiter der Rezeption dazu veranlassten, uns auch für diesen Tag noch einen kostenlosen Besuch des Frühstücksbuffets anzubieten. Zunächst gingen wir jedoch erst einmal auf unser Zimmer, welches modern eingerichtet und geräumig war.

Sheraton Libertador Buenos Aires

Nach einer erfrischenden Dusche stärkten wir uns am gut sortierten Frühstücksbuffet mit frischen Säften, heißem Kaffee sowie nationalen und internationalen Leckereien. Die Versuchung, uns danach einfach in das große Bett fallen zu lassen, war sehr groß. Die Kissen schrien förmlich danach, ausprobiert zu werden und die Bettdecke versprach, ihr Bestes zu tun, uns wohlig einzukuscheln. Wir widerstanden jedoch tapfer. Diesen jungen Tag wollten wir nicht ungenutzt verstreichen lassen… und uns natürlich gleich in die neue Zeitzone einleben. Von daher ging es sofort los zur ersten Erkundung dieser neuen, uns noch unbekannten Welt.

Das Hotel lag keine 50 Meter von der Calle Florida entfernt, einer belebten Fußgängerzone mit vielen Geschäften in reich verzierten Gebäuden. Bei dieser bogen wir links ab und schlenderten an den Shops vorüber.

Buenos Aires

Aus allen Geschäften, Seitenstraßen und Zeitungskiosken schallten uns unmittelbar die Rufe der Geldwechsler entgegen. Wie Steine im Flussbett, die dem vorüberfließenden Wasser Widerstand bieten, standen sie im Strom der vorbeilaufenden Menschen und versuchten sie mit ihren Rufen anzulocken. „Cambio, Cambio, Cambio“ - teils monoton heruntergeleiert, teils melodisch gesungen waren diese Worte allgegenwärtige Begleitmusik auf der Calle Florida. Alle paar Meter wurden wir aufgefordert, Dollar oder Euro gegen Pesos zu tauschen. Nicht unfreundlich oder penetrant aber konstant und andauernd… wie der stete Tropfen, der den Stein aushöhlen soll.

Tatsächlich stellt diese Art des Tausches die günstigste Art für den Touristen dar, an die einheimische Währung zu kommen. Die offiziellen Wechselstuben, Banken und Automaten (von deren Nutzung generell abgeraten wird) wechseln zum offiziellen, staatlich festgelegten Kurs. Fast alle Restaurants und Cafes akzeptieren auch US-Dollar und Euro, rechnen aber ebenfalls mit Kursen, die an den ungünstigen, offiziellen Kurs angelehnt sind.

Die endlos erscheinende Armee der Geldwechsler hingegen tauscht zur sogenannten „Blue Rate“, die weitaus besser ist als der offizielle Kurs. Die Blue Rate wird, wie ein regulärer Wechselkurs, ständig neu bestimmt und kann sogar im Internet abgerufen werden. Die Geldwechsler unterscheiden sich untereinander lediglich darin, ob sie einem nun beispielsweise 12,40 Pesos oder 12.45 Pesos pro Dollar geben, und so ein paar Cent mehr verdienen, das Ganze läuft aber generell problemlos ab.

Aktuell hatten wir noch keinen Bedarf zum Wechseln und waren selbstverständlich auch erst einmal ein wenig misstrauisch. Daher ignorierten wir alle Rufe und Gesänge der Geldhändler und erreichten bald an die Plaza General San Martin.

Buenos Aires San Martin

Fast wie an einer unsichtbaren Mauer wurden hier die Cambio-Rufe durch das Zwitschern von Vögeln abgelöst. Blühende Bäume, die den ganzen Platz mit ihren Kronen überdeckten, spendeten willkommenen und kühlenden Schatten. Auf einem umzäunten Hundespielplatz in der Mitte des parkähnlichen Platzes gönnten sich Hunde und Dog-Walker eine verdiente Pause.

Buenos Aires San Martin

Buenos Aires San Martin

Dieser wunderschöne Park wirkte wie eine Oase der Ruhe. Ein Ort, an dem sich der rasende Puls der Großstadt urplötzlich verlangsamt und der dem Besucher unter dem schützenden Blätterdach der Bäume Zuflucht und Entspannung bietet. Gerne verweilten wir hier eine Weile und genossen den Schatten, die Ruhe und den Duft der Bäume.

Buenos Aires San Martin

Buenos Aires San Martin

Der Park, der fast den gesamten Platz umfasste, grenzte auf der einen Seite an ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Falkland-Krieges. Diese Denkmäler sind in unterschiedlicher Form an vielen verschiedenen Stellen der Stadt zu finden. Später lernten wir, dass die uns geläufige Bezeichnung Falkland hier ein verbotenes F-Wort ist und man, politisch korrekt, besser von den Malvinas spricht.

Buenos Aires

An einer anderen Stelle des Platzes thronte hoch zu Ross der Namensgeber des Platzes, General San Martin, über einem kleinen Trödelmarkt, der wohl gerade zu Ende war, aber immer noch ein schönes Motiv bot.

Buenos Aires San Martin

Der Platz bildet den Anfang des Viertels Retiro, einem der nobleren Stadtteile von Buenos Aires. Neben geschichtsträchtigen Gebäuden mit reich verzierten Fassaden befinden sich hier auch das alte und das neue Gebäude des Außen- und Kultusministeriums. Beim Neubau des Gebäudes ist es dem Architekten gelungen, dass sich die klassische Fassade des alten Gebäudes in der kühlen Glasfront des neuen Ministeriums widerspiegelt. Trotz des architektonischen Unterschiedes wirkt das Ganze dadurch wie eine Einheit und erstaunlich harmonisch.

Buenos Aires

Entlang kleiner Restaurants, Obstläden und Shops führte unser Weg zur Avenida 9 de Julio, die mit einer Breite von 140 Metern zu den breitesten Straßen der Welt gehört. 7 Fahrstreifen pro Richtung bilden eine der Hauptverkehrsadern der Stadt.

Buenos Aires Avenida 9 Julio

Die mittleren Fahrstreifen sind für die öffentlichen Busse reserviert, die an einer endlos erscheinenden Reihe von Haltestellen entlang fahren. Die Busse an sich erschienen größtenteils modern und nicht alt, versprühten jedoch durch ihr Retrodesign und eine teils bunte Bemalung südamerikanischen Flair.

Das Bild der Straße wird durch einen Obelisken und durch das Gebäude des Gesundheitsministeriums dominiert.

Buenos Aires Avenida 9 Julio

1936 hat man für den Bau der Straße ganze Häuserblocks dem Erdboden gleich gemacht. Nur wenige klassische und historische Gebäude konnten durch Tricks, z.B. durch Umwandlung in Botschaften und somit in exterritoriales Gebiet, vor dem Abriss bewahrt werden. Der von weitem sichtbare Obelisk markiert den ehemaligen Standort einer Kirche auf der Plaza de la Republica, die ebenfalls den Bulldozern beim Bau der Prachtstraße zum Opfer gefallen ist.

Buenos Aires Obelisco

Der mächtige Betonturm des Gesundheitsministeriums wird auf zwei Seiten durch ein 10 Stockwerke hohes Abbild aus Stahl von „Evita“ Eva Peron verziert. Es scheint, als ob sie noch heute ihre Worte durch das Mikrophon an die Menschen von Buenos Aires richten würde.

Buenos Aires Avenida 9 Julio Obelisco

Mittlerweile war es ziemlich warm geworden. Der feine Sprühnebel eines Monumentes für die Iguazu-Wasserfälle bot uns daher eine willkommene Abkühlung.

Buenos Aires

Auf diesem Bild sieht man übrigens auch, dass wir mit ziemlich leichtem Gepäck unterwegs waren. Bei unseren Recherchen über Buenos Aires wurden wir immer wieder vor der Kriminalität und den allgegenwärtigen Taschen- und Trickdieben gewarnt. Unter unseren Kreuzfahrern haben einige leider die unliebsame Bekanntschaft damit machen müssen. Unsere Gegenmaßnahme war einfach und offenbar auch sehr effektiv – wir hatten einfach keine Wertgegenstände dabei. Ein paar Dollarnoten in der Hosentasche, meine alte kleine Kamera anstelle der großen teuren Spiegelreflex, kein Handy und auch sonst nichts, was einen besonderen Anreiz bot oder uns als lohnendes Ziel erscheinen ließ. So liefen wir unbeängstigt – und unbehelligt – durch die Straßen von Buenos Aires. Ganz nach dem Motto: Was man nicht hat, kann einem auch nicht geklaut werden.

Auf der Höhe des Obelisken bogen wir in die Avenida de Mayo ab, auf der sich uns das erste Beispiel an Street Art bot, die wir noch an vielen anderen Stellen der Stadt bewundern sollten.

Buenos Aires

Auf der Avenida de Mayo fühlten wir uns in ein Pariser Stadtviertel versetzt. Stuckverzierte Fassaden, Balkone mit schmiedeeisernen Brüstungen und Bäume, die die Straße säumten, versprühten eher klassischen alten europäischen Flair, als dass wir uns vorkamen wie in einer südamerikanischen Metropole.

Buenos Aires Avenida de Mayo

Wir kamen auch am Cafe Tortoni vorüber. Als eines der ältesten Cafes von Buenos Aires hat es im Laufe seiner Geschichte viele Berühmtheiten und Intellektuelle beherbergt und einige Epochen der nicht immer schönen politischen Geschichte Argentiniens überstanden. Heute steht es als Sinnbild für das „Porteno Cafe“ schlechthin. „Porteno“ nennen sich die Menschen, die in der Stadt Buenos Aires leben.

Buenos Aires Cafe Tortoni

Da das Cafe Tortoni auch ein Teil unserer noch folgenden geführten Tour sein sollte, verzichteten wir auf einen Besuch im Inneren des Cafes. Wir entschlossen uns, noch vor der Plaza de Mayo eine kleine Seitenstraße namens Peru in Richtung San Telmo zu nehmen. San Telmo wird als eines der ältesten und auch heute noch ursprünglichsten Viertel von Buenos Aires bezeichnet. Oft findet man in Beschreibungen auch Bezeichnungen wie „Wiege des Tangos“.

Die kleinere Seitenstraße bot uns einen ganz anderen Eindruck als die europäisch wirkende Avenida de Mayo. Alte Fassaden in unterschiedlichsten Zuständen der Pflege gemischt mit neueren Bauten, klapprige Lieferfahrzeuge und bunte Inschriften im Kopfsteinpflaster wirkten auf uns wie eine Straße in eine andere Welt – vielleicht eine Welt, die mehr unserer Vorstellung von Südamerika entsprach.

Buenos Aires Peru

Buenos Aires Peru

Buenos Aires

An einer Kreuzung, an der wir nach San Telmo abbiegen wollten, stießen wir auf eine einladend wirkende Bar. Nicht nur einige Touristen, sondern auch Einheimische und einer der vielen vierbeinigen Bewohner der Stadt genossen hier die Gastfreundschaft und machten Pause.

Buenos Aires Bar el Federal

Buenos Aires Bar el Federal

Dem taten wir es gleich und wurden auch schnell freundlich bedient. Ein kühles einheimisches Bier für Birgit und ein Cappuccino für mich sollten es sein. Leider konnten wir mit den unterschiedlichen lokalen Biersorten noch wenig anfangen und die Auswahl war daher etwas schwierig. Der Kellner meisterte die Situation mit einem herzlichen Lachen und brachte Birgit mit meinem Cappuccino, der traditionell mit einem Glas Wasser und einem Stück Kuchen serviert wurde, erst einmal drei kostenlose Probiergläser mit den unterschiedlichen Sorten. Spätestens jetzt war klar: Vierbeiner können nicht irren. Gastfreundschaft wurde hier groß geschrieben.

Buenos Aires Bar el Federal

Buenos Aires Bar el Federal

Nachdem Birgit noch ein richtiges Glas ihres Bierfavoriten genossen hatte und wir mit einem 10 Dollar-Schein bezahlt hatten, setzten wir unseren Weg frisch gestärkt und positiv angetan fort.

Ein Torbogen mit der Aufschrift San Telmo Mercado zeigte uns, dass wir an unserem Zwischenziel angekommen waren. Der Zugang führte in eine alte Markthalle mit reich verzierten Trägerwerk aus Eisen und einer zentralen Kuppel aus Glas, durch die das Licht auf eine bunte Welt aus Obst- und Gemüseständen, Metzgereien und Antiquitätenläden schien.

Buenos Aires San Telmo

Buenos Aires San Telmo

Buenos Aires San Telmo

Buenos Aires San Telmo

Liebhaber alter Schallplatten kamen in den verschiedenen Läden ebenso auf ihre Kosten wie Sammler, deren Herz beim Anblick alter Zeitschriften oder gar Blechspielzeug höher schlägt.

Buenos Aires San Telmo

Buenos Aires San Telmo

Noch fasziniert von dem Ambiente dieses Ortes trafen wir am Ausgang in einer umgebauten Garage auf unser erstes Asado, welches einen extrem verlockenden Grillgeruch verströmte. Die Preise (das $ Zeichen steht hier für Pesos) wirkten ebenso verlockend wie der Duft. Da wir jedoch später noch essen gehen wollten, zwang ich mich, meinen carnivoren Trieben nicht nachzugeben.

Buenos Aires San Telmo

Um die Richtung zurück zum Hotel einzuschlagen, nahmen wir die Defensa-Straße in der wir an einigen Stellen wieder auf die interessante Street Art trafen, mit der sich Künstler an Hauswänden verewigt haben.

Buenos Aires San Telmo

Buenos Aires San Telmo

An einer Kreuzung wartete das Mädchen Malfalda, eine berühmte argentinische Comicfigur, mit ihren Freunden auf einer Bank darauf, nicht nur Kinderherzen höher schlagen zu lassen. Diese Bank bildet den Anfang der „Paseo de la Historieta“, einer Ansammlung von argentinischen Comicfiguren, die über verschiedene Straßen verteilt sind. Einige weitere sollten wir an einem anderen Tage noch sehen.

Buenos Aires San Telmo

Von der Basilika de San Francisco blicken ein kniender Christopher Columbus, Giotto und Dante Alighieri auf die älteste Apotheke der Stadt. Ein Blick in die noch heute geöffnete „Farmacia de la Estrella“ aus dem Jahre 1885 ist wie ein Blick in die Vergangenheit. Die Einrichtung aus dunklem Walnussholz und die zeitgenössische Decken- und Wandgemälde der Apotheke sind heute noch originalgetreu  erhalten.

Buenos Aires San Francisco

Buenos Aires San Francisco

Buenos Aires Farmacia de la Estrella

Die unweit entfernte Plaza de Mayo (Platz der Mairevolution) bildet das Herz der Stadt. Der Platz war Gründungskern der Stadt Buenos Aires und ist nach dem Befreiungsmonat Mai benannt, in dem Argentinien im Jahre 1810 seine Unabhängigkeit von Spanien erlangte.

Plaza de Mayo Buenos Aires

Der Platz wurde weltweit durch die Madres de Plaza de Mayo (Mütter des Platzes der Mairevolution) bekannt, die während der Militärdiktatur (1976-1982) schweigend um den Platz liefen, um gegen das Verschwinden ihrer Söhne und Töchter zu protestieren. Da sie um den Platz herum liefen, konnte es nicht als verbotene Versammlung, und da sie schwiegen, nicht als Protest gewertet werden.

Während dieser dunklen Phase der Geschichte Argentiniens verschwanden etwa 30.000 Menschen spurlos. Erst später wurde aufgeklärt, dass sie unter Regie der Diktatur gefoltert und ermordet wurden.

Um den Platz herum sind einige wichtige Gebäude verteilt. Der Regierungssitz „Casa Rosada“, die Nationalbank, der historische Sitz des ehemaligen Vizekönigs und die Kathedrale der Stadt.

Selbstverständlich darf auch hier ein Denkmal an die Gefallenen des Malvinas-Krieges nicht fehlen.

Plaza de Mayo Buenos Aires

Die Kathedrale „Catedral Metropolitana“ ist nicht nur letzte Ruhestätte des General Jose de San Martin, sondern auch ehemaliger Arbeitsplatz des heutigen Papstes, der hier seinen Sitz als Erzbischof hatte.

Catedral Metropolitana Buenos Aires

Catedral Metropolitana Buenos Aires

General Jose de San Martin, ein ehemals spanischer Offizier, setzte sich stark für das Unabhängigkeitsstreben der spanischen Kolonien in Südamerika ein. An der Spitze einer aufgestellten Armee besiegte er die Spanier in verschiedenen Ländern des Kontinents und gilt auch in Argentinien daher als „Landesvater“. Er verstarb 1850 in Nordfrankreich. Seine sterblichen Überreste wurden 1880 nach Buenos Aires gebracht und in einem Mausoleum in der Kathedrale beigesetzt.

Catedral Metropolitana Buenos Aires

Um einen Block versetzt trifft man wieder auf die Calle Forida. Dieses Mal auf das südliche Ende. Kaum betritt man die Fußgängerzone, dringt das uns mittlerweile bekannte „Cambio, Cambio, Cambio“ wieder an die Ohren. Besonders aus Zeitungskiosken und Blumenständen in der Mitte der Straße hallten uns die Rufe entgegen. Wir fragten uns, ob dort überhaupt Blumen und Zeitungen verkauft wurden.

Plaza de Mayo Buenos Aires

Caje Florida Buenos Aires

Anfangs etwas misstrauisch entschlossen wir uns dazu, nun auch etwas Geld zu wechseln und sprachen einen „Zeitungshändler“ an. Inmitten der Massen an Fußgängern kam uns das Unterfangen sicherer und wenig abenteuerlich vor. Der Händler bat uns ein paar Minuten zu warten. Als ein Kunde vor uns das Innere des kleinen Kiosks verließ, forderte er mich auf einzutreten. Zu unserer Verwunderung unter den Augen zweier Polizisten, die nur ein paar Meter entfernt an einer Wand lehnten.

Der nicht einmal einen Meter breite Innenraum des Kiosks glich einem Bankschalter. Viele kleine Fächer waren gefüllt mit verschiedenen Euro- und Dollarscheinen. Auf einem Taschenrechner deutete mir der Händler die Summe in Pesos, die ich für meine Dollar bekommen sollte und bot mir an, mich unter einer UV-Lampe von der Echtheit der Scheine zu überzeugen, die er mir vorzählte. Für einen eigentlich illegalen Währungsumtausch ging das Ganze sehr offiziell, seriös und problemlos von statten.

Galeria Pacifico Buenos Aires

Die Mall war auf der Basis mehrerer historischer Gebäude erbaut und von einer gewölbten Glasdecke überspannt. Die Decke eines zentralen Gewölbes ist mit kunstvollen Fresken verziert. Somit kann man die Mall getrost als Einkaufstempel bezeichnen.

Galeria Pacifico Buenos Aires

Galeria Pacifico Buenos Aires

Für die heute gelaufenen 8 Kilometer wollten wir uns an diesem Abend noch mit einem schönen Stück argentinischen Rindfleischs belohnen. Im Hotel empfahl man uns das nur ein paar Minuten Fußweg entfernte Steakhaus „La Chacra“. Wir nahmen den Rat an, genossen bei rustikalem Ambiente das erste ordentliche Stück Rindfleisch auf dem südamerikanischen Kontinent und freuten uns über diesen gelungenen Einstieg unserer Reise.

La Chacra Buenos Aires

La Chacra Buenos Aires

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